Hamm. Die Hammer Gemeinnützige Baugesellschaft (HGB) verfolgt konsequent das Ziel, ihren gesamten Wohnungsbestand zukunftsfähig und klimagerecht weiterzuentwickeln. Mit über 3.400 Wohnungen in Hamm liegt der Fokus nun auf einer umfassenden energetischen Sanierung der älteren Bestände – ein ambitioniertes Vorhaben, das in den kommenden zwei Jahrzehnten Investitionen im dreistelligen Millionenbereich erfordert.
„Der Großteil unserer Wohnungen wurde vor 2010 errichtet – hier besteht erheblicher Modernisierungsbedarf, um sowohl ökologische als auch soziale Standards langfristig zu sichern“, erklärt HGB-Geschäftsführer Dominique Lahme. Die bereits modernisierten Objekte genügen aktuellen Effizienzstandards, doch der weitaus größere Teil des Bestandes soll nun folgen.
Die Modernisierungen umfassen weit mehr als reine Dämmmaßnahmen: Grundrisse werden überarbeitet, Wohnungen teilweise vollständig entkernt, Fenster, Dächer und Heizsysteme erneuert. Wo möglich, wird Barrierefreiheit geschaffen – mit neuen Zugängen, Treppenliften und durchdachter Raumaufteilung. „Wir vergrößern beispielsweise Bäder oder tauschen die Lage von Wohn- und Schlafzimmern“, so Lahme. Ziel ist der energetische Standard KfW 70, in vielen Fällen sogar KfW 55.
Ein Leuchtturmprojekt dieser Strategie ist die laufende Sanierung von 138 öffentlich geförderten Wohnungen an der Holstenstraße im Hammer Westen. Die Gebäude werden unter anderem an das Fernwärmenetz angeschlossen und künftig mit Abwärme aus der Müllverbrennungsanlage beheizt. Zusätzlich entsteht zwischen den Häusern neuer gemeinschaftlich nutzbarer Außenraum mit Spielplätzen, Fahrradabstellanlagen und Begegnungsflächen – sogenannte Quartiershöfe.
Trotz des hohen Aufwands bleibt die HGB ihrem sozialen Auftrag treu: Die Mieten sollen auch nach Abschluss der Maßnahmen bezahlbar bleiben. Dank Förderung durch das Land NRW wird beispielsweise an der Holstenstraße mit einer Kaltmiete von 6,10 Euro pro Quadratmeter kalkuliert. Am Langewanneweg liegt die geplante Miete bei 6,80 Euro. Gleichzeitig erwartet die HGB eine Reduzierung der Heizkosten, die durch die verbesserte Energieeffizienz möglich wird.
Weitere Modernisierungen sind bereits in Planung oder Umsetzung – unter anderem an der Roßbachstraße (32 Wohnungen), Weißenburger Straße (20 Wohnungen), Langewanneweg (21 Wohnungen), „An der Insel“ (9 Wohnungen) sowie frei finanzierte Einheiten an der Wilhelminen- und Rietzgartenstraße.
Im Rahmen ihrer Dekarbonisierungsstrategie erfasst die HGB aktuell systematisch Verbrauchsdaten und prüft alle Gebäude energetisch. Ziel ist es, fossile Brennstoffe sukzessive durch klimaneutrale Alternativen zu ersetzen. Dabei stellt sich die HGB auch den Herausforderungen, die ältere Bausubstanz mit sich bringt – insbesondere bei Zechenhäusern oder Gebäuden mit schwieriger Erschließung. Trotzdem: „Bis 2045 wollen wir unseren gesamten Bestand klimaneutral haben“, so Lahme. Ob das schon bis 2035 – dem von der Stadt Hamm gesetzten Ziel – vollständig gelingt, ist offen. Klar ist: Die HGB trägt aktiv und langfristig zum Erreichen der Klimaziele bei – sozial, nachhaltig und verantwortungsbewusst.